Deutsche Wanderjugend im Rhoenklub

 

 
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Ballon fahren und GPS | ZV Batten-Findlos

   
     

Oft kann man sie abends hoch oben am Horizont beobachten: Die Heißluft-Ballone am Himmel über der Rhön. Wo sind sie gestartet und wo werden sie landen? Wer sitzt dort oben drin und wie herrlich muss die Aussicht da oben sein? Wird es einem da oben schwindelig oder gar schlecht? Ist es da oben kälter als hier unten und vor allem: Warum in aller Welt kann ein mit Luft gefüllter Ballon mehrere 100 kg Gewicht durch die Lüfte tragen?

Es waren einfach zu viele Fragen, die unser Klein- und Großhirn belasteten, so dass wir – sieben Rhönklub-Kinder und 3 Erwachsene - kurzerhand beschlossen: in so einen Heißluftballon wollen wir auch mal rein. Am 10. Mai 2011 war es dann soweit. Das Rhönballon-Team aus Bad Königshofen (rhoenballon.de) rund um den sehr erfahrenen Georg Leupold rückte abends um 18:00 Uhr an und schon ging es an die Arbeit. Denn bevor so ein Ballon in die Lüfte abhebt, muss einiges getan werden. Zunächst musste der Korb montiert werden und auch die Sicherheitseinweisung kam nicht zu kurz. Dann noch eine Portion Luft in den Ballon pusten und die mächtigen Gasbrenner anwerfen. Schon stand der Ballon senkrecht vor uns wie eine Eins. Spätestens jetzt war der Zeitpunkt gekommen, seinen Platz im Gefährt einzunehmen .... !

Doch wir wollten von dort oben nicht nur Bilder machen und die Landschaft genießen. Wir hatten genauso unsere GPS Geräte an Bord, um den Kurs der beiden gestarteten Ballone fest zu halten und später auszuwerten. So, und genau da fingen unsere Probleme schon an. Denn an diesem Abend war es nahezu windstill. In der ersten halben Stunde manövrierten wir ziemlich genau im Kreis und standen wieder über unserem Startplatz. Das Bodenteam, was normalerweise umgehend die Verfolgung der Ballone aufnehmen muss, hatte einen geruhsamen Job und scherzten per Funk über unseren Schlingerkurs.

Also wurde es Zeit, dass wir von den Ballon-Piloten umfassend aufgeklärt wurden, was es mit dem Wind, der Thermik und mit einigen physikalischen Gesetzen so auf sich hat. Denn einen Ballon kann man nicht aktiv steuern, außer man hat ein paar alte Ballonfahrer-Tricks drauf, wie unser Pilot Georg. Er nutzte am späten Abend den abfallenden Wind im Ulstertal, um uns dicht am Boden (Kirchturmspitze plus gefühlte 2 Meter Sicherheitsabstand) fluß-abwärts treiben zu lassen. Das ging zwar sehr langsam, aber dafür schlug jetzt die Stunde der Fotografen, die ein Luftbild nach dem anderen schossen.

Und was macht unser GPS Gerät? Das zeichnet fleißig unsere Route auf, die jetzt ein wenig zielstrebiger aussieht. Auch die Verfolger kommen langsam auf Trab als wir ihnen per Funk durchgeben, wo wir landen wollen. Bei der späteren Auswertung der GPS Daten war auch deutlich zu sehen, dass der zweite Ballon meist sehr viel höher über dem ersten stand und daher auch eine etwas andere Route hatte. Auch das ein erklärbares Phänomen, denn die unterschiedlichen Luftschichten (kalt-warm) konnte man irgendwo zwischen 1.000 und 2.000 Höhenmetern geradezu anfassen. Nur zum Schluss hatten beide Ballone die gleiche Höhe und damit auch einen fast identischen Kurs.

Wieder am Boden angekommen lautet unser Fazit: Wir haben viel gelernt über die Technik des Ballon fahrens und unterwegs hat auch ein wenig die Euphorie gepackt, ganz wie der ersten Ballonfahrer damals in Paris. So wurde es langsam dunkel und die Ballonfahrer–Taufe stand an. Was dabei genau passiert, erzählen wir hier lieben nicht. Ihr könnt ja selber mitfahren, oder habt ihr etwa Angst?

Wir haben auf jeden Fall keine Angst mehr, denn beim Ballon fahren ist man wie in einer anderen Welt: absolute Stille dort oben, atemberaubende Fernblicke und vollkommen ungewohnte Ansichten der eigentlich bestens vertrauten Ortschaften und Straßen, die plötzlich doch so ganz anders aussehen von da oben .....!

So, jetzt aber genug geschwärmt. Zum Schluss noch viele Grüße an Georg und sein Team: Ihr ward erste Klasse.

Matthias Zentgraf
1. Jugendwart

 

DWJ im Rhönklub

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