Deutsche Wanderjugend im Rhoenklub

 

 
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Dein Retter in der Not

 

Wen erreiche ich, wenn ich die 110 (Polizeinotruf) wähle und wen unter der 112 (Rettungsdienst und Feuerwehr)? Trägt jeder Polizist eine „Knarre“ und einen Taser? Fliegen die Autos bei Verfolgungsjagden wirklich über Brücken, überschlagen sich und explodieren, wie im Fernsehen? Und was wiegt eigentlich die volle Ausrüstung eines Feuerwehrmanns, der zum Einsatz fährt?

Spannende Fragen, die die 22 Kinder mit 5 Betreuern am 30.10.2014 zuerst im Polizeipräsidium Osthessen und am Nachmittag bei der Feuerwache Fulda stellten und auch beantwortet bekamen.

Unser Tag mit den „Helden im Alltag“ begann am Polizeipräsidium Osthessen, wo wir zunächst von Polizeihauptkommissarin Conny Jehnert begrüßt wurden. Im spannenden Dialog mit den Kids wurde der Wissenstand über die Polizeiarbeit abgefragt. Was hängt eigentlich alles am Gürtel der Polizei? Unerwartet kam nicht die „Knarre“, die Dienstwaffe als erste Antwort, sondern die Handschellen, Pfefferspray und Schlagstock. Auch ein Elektroschocker wurde genannt, der aber nicht zur Ausrüstung der deutschen Beamten gehört, sondern nur in anderen Ländern (z.B. USA) zu finden ist.

Spannend wurde es dann gleich, als ein Kind freiwillig die Handschellen testete und demonstrierte, warum die Hände hinter dem Rücken und nicht davor gefesselt werden.

Auch die Dienstwaffe wurde entsichert und leer gezeigt - aber nicht herumgereicht.

„Eine Schusswaffe ist kein Spielzeug, egal in welcher Form“, so die Polizistin. „Diese kleine Kugel kann einen Menschen töten, der Schuss ist immer als letztes Mittel einzusetzen, um jemanden aufzuhalten.“ Begeisterung brachte die Weste, die einer der Jungs anprobieren durfte: „Die schützt vor Schlägen und Stichwaffen, und vor Schüssen kleinerer Waffen. Für schwere Waffen haben wir dann noch richtige, dicke schusssichere Westen“, wurden wir informiert. Das die Weste Stosssicher ist konnten die Kinder dann auch gleich unter viel Gelächter ausprobieren.

Als nächstes durften wir ein Fahrzeug für einen Gefangenentransport sehen und auch ausprobieren. Mit Blaulicht und Sirene strahlten alle, die dann begeistert die Zellen im Fahrzeug ausprobierten. „Ein Polizist hat immer einen Dienstausweis dabei und ihr erkennt einen Beamten am Wappen des jeweiligen Bundeslandes am Hemd oder der Jacke. Wenn ihr jemals angesprochen werdet und Zweifel habt, verlangt nach dem Ausweis oder ruft die 110 an. Männliche Beamte dürfen keine Mädchen und weibliche keine Jungs durchsuchen!“

Dann wurden wir Eddi vorgestellt. Und Polizeioberkommissar Klaus Henkel. Eddi ist ein belgischer Schäferhund, total knuddelig und gerade deshalb wurden wir gewarnt, dass er nicht gestreichelt werden darf. Eddi ist kein Schosshund, sondern ein Diensthund der hessischen Polizei. Und dass er auf Kommando hört, Drogen aufspüren kann und auch recht bedrohlich werden kann, zeigte uns sein Führer Klaus.

Spannend wurde es dann in den „Gasträumen“ des Polizeipräsidiums. Kein Knast, wie es von den Kindern genannt wurde, sondern Arrestzellen. Hier dürfen verhaftete Bürger maximal 48 Stunden festgehalten werden und genießen die Gastfreundschaft aus unterschiedlichen Gründen: z. B. Drogen- und/oder Alkoholkonsum, Schlägereien, Einbruch und Diebstahl.

Trotz des hohen Preises für Übernachtung mit Frühstück (ca. 80,00 €/Nacht) ist die Einrichtung karg: geflieste Wände und Boden, eine Matratze. Ohne Schuhe und Gürtel wird man eingesperrt, damit sich niemand verletzen kann. Im Hotel schläft es sich besser. Trotzdem war es wieder spannend, aber auch einigen recht mulmig, sich einschließen zu lassen.

Nach unserem Mittagessen im Antoniuscafe fuhren wir zur Feuerwache. Zugführer Stefan Baumbach fragte zu Beginn ab, wie man überhaupt einen Notruf absetzt.

Überraschenderweise wussten die meisten Kinder über die 5 „W“s bescheid:

  • Wo ist etwas passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Verletzung oder Gefahr?
  • Warten auf Rückfragen!
    (Ganz wichtig, denn oft ist man aufgeregt und vergisst etwas. So kann die Leitstelle      nachfragen. Also: Auf keinen Fall sofort auflegen!)

Die Feuerwehr Fulda Mitte ist eine freiwillige Feuerwehr, aber es gibt hier auch Hauptberufliche Feuerwehrmänner- und Frauen. Die fahren zuerst raus, die freiwilligen kommen dann von ihrem Arbeitsplatz nach, den sie bei einem Einsatz verlassen dürfen.

Leider gibt es immer weniger freiwillige in der Feuerwehr, was in Fulda zwar spürbar ist, aber noch nicht kritisch.

Wo die volle Ausrüstung bei der Polizei (z.B. bei einem Stadioneinsatz beim Fußballspiel) ca. 10 kg wiegt, müssen Feuerwehrmänner rund 33 kg tragen. Die Kleidung hält im Winter recht warm, im Sommer aber wird es bei warmen Temperaturen schon hart. Deshalb gibt es in der Feuerwache auch Fitnessräume, denn die Feuerwehrmänner (und Frauen) müssen für dieses Gewicht und der körperlichen Anstrengung bei sehr guter Gesundheit sein.

Jacken, Helme und den Gürtel durften die Kinder dann mal ausprobieren, was alle cool fanden, aber auch merkten, was Stefan über Wärme und Gewicht dazu gesagt hatte.
Dann zeigte er die einzelnen Feuerwehrautos und Inhalt, auch die unterschiedlichen Spritzen, die ohne Aufsatz immer die doppelte Menge Wasser pro Minute durchlassen, als mit Aufsatz.

Der Trockenturm für die Schläuche ist nicht mehr im Einsatz, dafür gibt es jetzt einen Trockner, der die Schläuche nach einem Einsatz wieder für den nächsten trocknet.

Das absolute Highlight des Besuchs dürfte aber die kleine Rundfahrt mit Blaulicht im Hof gewesen sein, den die Kinder zum Abschluss machen durften. Stefan erklärte dabei jedem, welche Aufgabe der jeweilige Feuerwehrmann auf dem jeweiligen Platz hatte, auf dem sie saßen.

Ein spannender Tag in Fulda mit vielen Einblicken in den Alltag unserer Helfer in der Not.
Gut, dass wir sie haben und vielen Dank für Euren täglichen Einsatz für unsere Sicherheit!

 

       
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